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Wie beugen Sie häufig vorkommenden Tomatenkrankheiten und Schädlingsbefall vor?

22.04.2020 12:03:00 Maarten de Geus
Wie beugen Sie häufig vorkommenden Tomatenkrankheiten und Schädlingsbefall vor?

Es gibt viele Tomatenkrankheiten und Schädlinge, mit denen Sie als Tomatenanbauer zu tun bekommen können und die Sie natürlich vermeiden möchten. Drei häufige Krankheiten sind Clavibacter, ToBRFV und der Tomatenmosaikvirus. In diesem Blog lesen Sie mehr über die Krankheiten und darüber, wie Sie sie verhindern können.

Clavibacter

Clavibacter - auch als Bakterienwelke bezeichnet - wird durch das Bakterium Clavibacter michiganensis subsp. Michiganensis verursacht. Dieses Bakterium kann durch Saatgut, Jungpflanzen, Früchte, Wasser und Arbeiten an den Pflanzen übertragen werden und auch im Boden und im Substrat zurückbleiben. Bei Befall des Saatguts zeigt sich die Krankheit erst sechs Wochen nach der Aussaat und tritt außerdem oft auf, wenn die Pflanze stark durch die Fruchtbildung beansprucht ist und die Temperatur im Gewächshaus hoch ist (im Juni und Juli). Wenn eine Pflanze mit Clavibacter infiziert ist, entstehen zunächst glasige Flecken auf den Blättern, die sich verfärben. Die Blattränder und Blattspitzen welken und letztlich welkt die gesamte Pflanze. Clavibacter ist so ansteckend, dass dieses Bakterium den Quarantäne-Status hat. Das bedeutet, dass ein Anbauer infizierte Pflanzen beseitigen und vernichten lassen muss.

ToBRFV

Das Tomato brown rugose fruit virus (ToBRFV) ist ein relativ neues Virus in der Welt der Tomaten. Ein Befall kann die Ernte vollständig unverkäuflich machen und führt somit zu großen wirtschaftlichen Verlusten. ToBRFV verursacht braune oder gelbe Flecken auf den Tomaten. Die Früchte können missgebildet sein oder nicht richtig reifen. Das Virus tritt hauptsächlich in warmen Perioden auf oder wenn Wassermangel herrscht, ist aber dann oft bereits latent in der Pflanze vorhanden. ToBRFV ist ein Virus, das auf mechanischem Weg übertragen werden kann. Dies bedeutet, dass die Übertragung bei Arbeiten an den Pflanzen erfolgt, zum Beispiel beim Ausgeizen, Drehen und Ernten. Außerdem breitet sich das Virus unter anderem über Werkzeuge, Kleidung und Behälter aus. Auch Insekten können das Virus übertragen. ToBRFV kann in Wasser, im Boden, in Pflanzenresten und im Saatgut überleben.

Tomatenmosaikvirus

Tomatenpflanzen können mit verschiedenen Stämmen des Mosaikvirus, zum Beispiel dem Pepinomosaikvirus, infiziert werden. Charakteristische Symptome dieses Virus sind eine hell- und dunkelgrüne Marmorierung der Blätter und eine Verkümmerung der Pflanze. Auch sich einrollende Blätter und gestreifte Stängel können vorkommen. Auch die Früchte können Krankheitssymptome zeigen, zum Beispiel eine ungleichmäßige Reifung oder innere Braunfärbung der Fruchtwand. Das Virus wird durch die Pflanzen, Saatgut, Werkzeuge, Menschen und in geringerem Maße durch Insekten übertragen.

Krankheiten vorbeugen

Für Tomatenanbauer lautet die Devise immer: mit einer sauberen Kultur beginnen und den Betrieb sauber halten. Es ist also strikte Hygiene erforderlich. Wichtige zu beachtende Punkte im Hygieneprotokoll sind:

  • Auf eine gute persönliche Hygiene achten. Hände und Schuhe beim Betreten des Gewächshauses waschen und desinfizieren und vorzugsweise keine „Draußenkleidung“ im Gewächshaus tragen. Eine Hygienestation und ein Umkleideraum gewährleisten eine gute persönliche Hygiene. Auch die sanitären Einrichtungen müssen sauber sein.
  • Sorgen Sie für saubere Transport- und Verpackungsmaterialien. Ein Kisten- und Palettenwäscher garantiert bakterienfreie Behälter und Paletten. Auch die Räder von in das Gewächshaus hineinfahrenden Gabelstaplern müssen desinfiziert werden.
  • Reinigen und desinfizieren Sie Werkzeuge wie Scheren und Messer, um eine Infektion der Pflanzen zu verhindern. Hierfür gibt es spezielle Werkzeugwäscher.
  • Überprüfen Sie regelmäßig die Qualität des Wassers, das in den Gewächshäusern verwendet wird, da Bakterien auch über das Wasser in das Gewächshaus gelangen können.
  • Betreten Sie das Gewächshaus nur über die Hygienestation. Stellen Sie also sicher, dass andere Türen, die Zugang zum Gewächshaus bieten, nur von innen geöffnet werden können (Notausgänge) oder abgeschlossen sind.

 

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